Warum der Reishi auch „Pilz des ewigen Lebens“ heißt

Als einer der ältesten Vitalpilze der Welt hat der Reishi weltweit vor allem mit Blick auf die Traditionelle Chinesische Medizin einen sehr guten Ruf. Schon vor unserer Zeitrechnung nutzten Menschen insbesondere in Asien seine Inhaltsstoffe, um Alter und Krankheit entgegenzuwirken.

Mit seiner dunkelbraunen Farbe und der abgerundeten Form mutet er entfernt an wie eine riesige, plattgedrückte Esskastanie. Oder an Laugengebäck. Seiner leicht schimmernden Oberfläche verdankt der Pilz den deutschen Namen „Glänzender Lackporling“, botanisch „Ganoderma lucidum“. Geläufiger ist Anwendern allerdings eher die japanische Bezeichnung „Reishi“ (chinesisch: Ling Zhi), ein Sammelbegriff für verschiedene Arten des Ganoderma.

Doch damit ist die Liste der Namen für den Ganoderma lucidum alias Reishi-Pilz noch nicht erschöpft. Weil der Fungus insbesondere im asiatischen Raum mit einer großen Bandbreite an positiven Wirkungen auf die menschliche Gesundheit in Zusammenhang gebracht wird, ist er auch als „Pilz des ewigen Lebens“, „Pilz der Unsterblichkeit“, als „magische Pflanze“, sogar als „König der Heilpflanzen“ bekannt. Das kommt nicht von ungefähr: Die Mykotherapie – Heilmethoden, die auf dem Einsatz von Vitalpilzen basieren – ist in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) fest verankert.

Der Reishi gehört dieser Lehre nach zu den ältesten Vitalpilzen, hat seinen Platz in Chinas bekanntestem Arzneimittelbuch „Ben Cao Gang Mu“ und wurde auch in europäischen Arzneimittelbüchern bereits früh beschrieben, beispielsweise im Jahr 1578. Doch schon vor unserer Zeitrechnung wurde der Pilz als Tonikum zur Verlängerung des Lebens, zur Prävention von Alterungsprozessen und zur Stärkung des Qi – in der TCM bezeichnet dies die Lebensenergie – verwendet. Sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von zahlreichen Krankheiten wird er eingesetzt, inzwischen auch mehr und mehr außerhalb der TCM-Lehre.

Reishi Extrakt Pulver

Wer über pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe des Reishi spricht, nennt meist als Erstes die Triterpene, die überwiegend in den Pilzlamellen und -sporen enthalten sind. Diese Naturstoffe kommen auch in Heilpflanzen wie Löwenzahn, Birke oder Salbei vor und haben in Studien mit Versuchstieren unter anderem antikarzinogene Wirkung gezeigt, indem sie beispielsweise Tumorwachstum gehemmt haben. Tatsächlich ist der Reishi Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen mit Blick auf seine Effekte gegen Krebserkrankungen, insbesondere in Asien. Die Studien „Cytotoxic triterpenoids from Ganoderma lucidum“ von Chun-Ru Cheng, Qing-Xi Yue, Zhi-Yuan Wu et al., „Anti-cancer properties of triterpenoids isolated from Ganoderma lucidum – a review“ von Guo-Sheng Wu, Jia-Jie Guo, Jiao-Lin Bao et al. sowie „Cytotoxic lanostane-type triterpenoids from the fruiting bodies of Ganoderma lucidum and their structure-activity relationships” von Shaodan Chen, XiangminLi, Tianqiao Yong et al. etwa stellen unter anderem zytotoxische und anti-metastatische Eigenschafen bestimmter Triterpene aus dem Vitalpilz fest.

Auch die im Reishi enthaltenen Steroide und Gallensäuren sind Triterpene. Als Vorstufe des lebenswichtigen Vitamin D sind Triterpene beispielsweise an einem gesunden Knochen- und Muskelaufbau beteiligt und senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bestimmte Triterpene verringern zudem die Ausschüttung von Histaminen im Körper, haben demnach eine antiallergene Eigenschaften. Ein weiterer Inhaltsstoff des Heilpilzes sind Glykoproteine: Das sind, vereinfacht beschrieben, Bestandteile unter anderem von menschlichen Zellen, die positive Auswirkungen auf das Immunsystem haben und das Wachstum bösartiger Zellen eindämmen können. Tatsächlich ist der Reishi Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungem mit Blick auf seine Effekte gegen Krebserkrankungen, insbesondere in Asien. Bisherige Ergebnisse ordnen die jeweiligen Studienautoren als vielversprechend ein und als sehen Hinweise für die vielfach positive Gesundheitswirkung des Reishi ein. Bis zu einer flächendeckenden klinischen Evidenz müssen die Studien jedoch künftig unter anderem in Methodik und Umfang optimiert werden.

Und wie profitiert man von den heilenden Effekten des Ganoderma lucidum? Zum Verzehr ist der Pilz, der wie alle Vertreter seiner Gattung an lebenden Bäumen überwiegend in China und Japan wächst, nicht geeignet. Dafür ist zum einen seine holzige, großporige Beschaffenheit verantwortlich, zum anderen sein bitteres Aroma. Deutlich interessanter ist Reishi in Pulverform, lose oder als Kapsel ummantelt. Letzteres hat Vorteile mit Blick auf exakte Dosierung und verlässliche Haltbarkeit. Hinsichtlich der Qualität des Pulvers – zermahlen kann der Körper die Reishi-Wirkstoffe besonders gut aufnehmen – ist es Anwendern zu empfehlen, auf eine zu 100 Prozent natürliche Zusammensetzung zu achten. Chemische Zusätze sind kontraproduktiv für das Ziel, der Gesundheit etwas Gutes zu tun.

Reishi-Farm, dreikraut, Ganoderma lucidum
Reishi-Farm: In Substrat und ohne chemische Düngemittel oder Pestizide werden die Pilz in Bio-Qualität gezogen.

Extrakt aus dem gesamten Pilz stellt zudem sicher, dass sämtliche wichtigen Inhaltsstoffe aus allen Teilen des Reishi berücksichtigt werden. Sowohl Anbau als auch Verarbeitung des Pilzes sollten nach Europäischer Öko-Verordnung erfolgen. Nur so ist gewährleistet, dass das Produkt praktisch frei von bedenklichen Rückständen etwa durch Pflanzenschutzmittel bleibt. Dies bestätigen bei Bio-Ware unabhängige Labore bei regelmäßigen Untersuchungen.

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